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Großstädte in Deutschland - Wuerzburg

Würzburg ist eine kreisfreie Stadt in Bayern am Mainufer. Sie ist Sitz der Regierung von Unterfranken, des Bezirks Unterfranken und des Landkreises Würzburg. Gegenwärtig hat die Stadt ca. 132.000 Einwohner und steht damit nach München, Nürnberg und Augsburg an 4. Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Gleichzeitig ist Würzburg nach Nürnberg die zweitgrösste Stadt und ein Zentrum Frankens. Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Würzburg sowie wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof beim nordwestlichen Nachbarort Veitshöchheim. Würzburg bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Nächst größere Städte sind Frankfurt am Main ca. 120 km nordwestlich und Nürnberg ca. 115 km südöstlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Würzburg überschritt 1934 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Nach der Gemeindereform Anfang der 1970er Jahre, bei der u.a Lengfeld, Ober- und Unterdürrbach sowie Versbach und Rottenbauer eingemeindet wurden, entwickelte sich Würzburg zu einer dynamischen Stadt. Im Jahr 2004 begeht Würzburg seine 1300-jähriges Stadtjubiläum. Die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen

Geografie

Würzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal. Die Stadt wird überragt von der Festung auf dem Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Würzburg. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und gehören alle zum Landkreis Würzburg:

Veitshöchheim, Rimpar, Estenfeld, Rottendorf, Gerbrunn, Randersacker, Eibelstadt, Reichenberg, Eisingen, Höchberg Waldbüttelbrunn und Zell am Main

Geschichte

  • um 1000 v. Chr. keltische Fliehburg
  • 689 Missionierung durch Kilian, Kolonat und Totnan
  • 704 erste urkundliche Erwähnung
  • 741/742 Gründung des Bistums Würzburg mit Bischof Burkard
  • 1156 Hochzeit Friedrich I. Barbarossas mit Beatrix von Burgund
  • 1402 Erstbegründung der Universität Würzburg
  • 1573-1617 Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn regiert
  • 1582 Neu-Gründung der Julius-Maximilians-Universität
  • 1631 Eroberung durch den Schwedenkönig Gustav Adolf
  • 1720 Beginn des Baus der Residenz
  • 1805 Würzburg wird Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums
  • 1814 Würzburg wird bairisch und gleichzeitig eine direkt der Regierung unterstehende Stadt (welche später als kreisfreie Stadt bezeichnet wird); ferner wird die Stadt Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorgeht
  • 1817 Würzburg wird Hauptstadt des Regierungsbezirks Unterfranken
  • 1895 Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die nach ihm benannten Strahlen
  • 1934 Würzburg wird Großstadt
  • 1945, 16. März Würzburger Schicksalstag: Bei einem Bombenangriff wird die Stadt zu neunzig Prozent zerstört. (Grab am Main)
  • 1990 Bayerische Landesgartenschau in Würzburg
  • 2002 Erster Weltkorporationstag von Studentenverbindungen aus aller Welt
  • 2003 Würzburg stellt als erste Stadt Deutschlands Sicherheitsbeamte ein, um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten

Religion

Würzburg wurde 741/742 Sitz eines Bistums, das sich neben seinem geistlichen Gebiet bald auch ein weltliches Herrschaftsgebiet schaffen konnte (Fürstbistum bzw. Hochstift Würzburg). Oberster Herr dieses Territoriums war der Bischof.

Die Reformation konnte im Bistum zunächst Fuß fassen, wurde dann aber vor allem durch die Gegenreformation ab 1586 stark unterdrückt. Die Anhänger des Luthertums wurden aus der Stadt verbannt. Während der schwedischen Besatzung konnten die Protestanten vorübergehend wieder Fuß fassen. 1633 wurde ihnen für ein Jahr sogar der Dom eingeräumt. Doch brachte erst das bayerische Religionsedikt von 1803 eine Gleichbehandlung beider Konfessionen. Im selben Jahr erhielten die Protestanten die Kirche des säkularisierten St. Stephans-Klosters. Später wurden weitere Gemeinden gegründet. Alle Gemeinden gehören von Anfang an zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und sind Teil des Dekanats Würzburg innerhalb des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg. Heute haben auch verschiedene Freikirchen in Würzburg ihre Gemeinden gegründet.

Das 1802 säkularisierte Fürstbistum Würzburg wurde 1821 als eigenständiges Bistum innerhalb der Kirchenprovinz Bamberg neu umschrieben. Innerhalb dieses Bistums gehören heute die Pfarrgemeinden der Stadt zu den Dekanaten "Würzburg/Stadt", "Würzburg links des Mains" und "Würzburg rechts des Mains".

Wappen

Das Wappen der Stadt Würzburg zeigt in Schwarz eine schräg gestellte, eingekerbte, von Rot und Gold gevierte Fahne an silberner Lanzenstange. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb mit aufgelegtem Wappen.

Die Fahne als Ortswappen taucht seit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts auf. Es handelt sich um die Fahne des alten Herzogtums Franken, jedoch in anderer Farbgebung. Ferner war die Fahne des Herzogtums nicht geviert. Seit 1570 wird die Fahne auch ausnahmslos in den Siegeln der Stadt verwendet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt ist hauptsächlich durch ihre Hochschulen, die Julius-Maximilians-Universität, die Musikhochschule und die Fachhochschule geprägt. Sie beschäftigen über 5.500 wissenschaftliche und technische Angestellte und Beamte sowie Versorgungs- und Verwaltungspersonal (Stand: 2003). Nächstgrößter Arbeitgeber mit etwa 5.000 Angestellten und Beamten ist die Stadt Würzburg selbst. Größter industrieller Arbeitgeber ist die Koenig & Bauer AG (KBA), einem Hersteller von Druckmaschinen.

Industrie und Gewerbe sind zumeist kleine und mittelständische Betriebe in den Industriegebieten Hafen, Aumühle und Würzburg-Ost.

Verkehr

Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 3 Frankfurt-Nürnberg. Im Osten der Stadt führt die Bundesautobahn A 7 Ulm-Kassel vorbei. Im Südwesten endet die Autobahn A 81, die von Singen-Stuttgart kommt. Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B 8, B 13, B 19 und B 27.

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Würzburger Straßenbahn GmbH sowie Buslinien der Allgemeinen Personennahverkehrs-GmbH (APG), die einen gemeinsamen Tarif- und Verkehrsverbund bilden, innerhalb dessen alle Linien zu einheitlichen Preisen zu benutzen sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Mainfrankentheater Würzburg, Drei-Sparten-Theater
  • Bockshorn! im Kulturspeicher - Kabarett, Theater u.a.
  • Theater am Neunerplatz
  • Theater Chambinzky - Boulevardtheater
  • theater ensemble Experimentelles, Traditionelles, Absurdes Theater
  • Theater Spielberg - Kinder und Jugendtheater,
  • Werkstattbühne
  • Plastisches Theater Hobbit - Figurentheater, Maskentheater
  • Würzburger Kasperhaus - Traditionelles Kaspertheater im Gewölbekeller
  • blackboX - theater für tanz
  • tanzSpeicher - theater für zeitgenössischen tanz

Museen

  • Museum am Dom - Moderne und zeitgenössische Künstler (Joseph Beuys, Otto Dix, Käthe Kollwitz) sowie alte Meister (u. a. Tilman Riemenschneider)
  • Domschatz - Museum der Diözese Würzburg (Grabbeigaben, Goldschmiedearbeiten und liturgische Gewänder)
  • Fürstenbaumuseum - fürstbischöfliche Wohnräume, Schatzkammer und Abteilung Stadtgeschichte Würzburgs
  • Hofspitalkirche "Spitäle" - in der spätgotischen 1789 umgebauten Kapelle des ehemaligen Hofspitals befindet sich die Galerie Spitäle mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Museum im Kulturspeicher - eröffnet am 22. Februar 2002 in einem ehemaligen Getreidespeicher im Alten Hafen, beherbergt es die Kunstsammlung der ehemaligen städtischen Galerie und die private Sammlung Peter C. Ruppert, eine der bedeutendsten Sammlungen Konkreter Kunst
  • Kunstschiff "Arte Noah" - Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Mainfränkische Museum auf der Festung Marienberg - Sammlung fränkischer Kunstwerke, darunter Plastiken von Tilman Riemenschneider; vorgeschichtliche Sammlung; Zeugnisse fränkischer Weinkultur, Volkskunde
  • Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg mit Antikensammlung, Gemäldegalerie und Graphischer Sammlung
  • Mineralogisches Museum - Edelsteine, Mineralien, Kristalle, Erze und Meteoriten
  • Röntgen-Gedächtnisstätte - zeigt das Originallabor, in dem Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte
  • Siebold-Museum - Ständige Sammlung und Wechselausstellungen u.a. mit Exponaten aus dem Nachlass des Würzburger Japanforschers Philipp F. von Siebold

Bauwerke

  • Alte Mainbrücke erbaut 1473-1543 mit Heiligenfiguren um 1730
  • Alte Universität
  • Alter Kranen am Kranenkai. Erbaut 1772-1773 von Balthasar Neumanns Sohn.
  • Bürgerspital zum Hl. Geist
  • Falkenhaus am Markt Ehemaliges Gasthaus mit Stuckdekoration aus dem Jahre 1751, heute Tourist Information und Stadtbücherei
  • Festung Marienberg (auch Marienfeste genannt), das Wahrzeichen der Stadt mit Mainfränkischem Museum, größte Sammlung von Skulpturen des Bildhauers Tilman Riemenschneider
  • Grafeneckart und Rathaus mit Vierröhrenbrunnen
  • Hof Conti
  • Hofgarten der Residenz
  • Höfe und Bürgerhäuser, Unterer Markt und Gressengasse
  • Juliusspital
  • Residenz (UNESCO-Weltkulturgut), erbaut 1720-1744 von Balthasar Neumann
  • Roter Bau
  • Rückermainhof
  • Kirchen
    • Marienkapelle
    • Dom St. Kilian
    • Neumünster
    • Franziskanerkirche
    • Hofkirche der Residenz
    • Stift Haug
    • Augustinerkirche
    • Don-Bosco-Kirche
    • Deutschhauskirche
    • Heilig Kreuz
    • Hofspitalkirche
    • St. Burkard
    • Käppele Wallfahrtskirche Sankt Maria auf dem Nikolausberg, erbaut 1747-1750 von Balthasar Neumann
    • St. Peter
    • St. Stephan
    • St. Johannis
    • St. Gertraud
    • Martin-Luther-Kirche

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Botanischer Garten
  • Aussichtsturm Frankenwarte

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar: Internationales Filmwochenende
  • März/April: Frühjahrsvolksfest, Stadtmarathon (ab 2005)
  • Mai: Africa-Festival, Stadtmarathon (bis 2004)
  • Mai/Juni: Würzburger Weindorf
  • Juni: Kunstmarkt, Umsonst und Draußen Festival
  • Juni/Juli: Mozart-Fest
  • Juli: Kiliani-Volksfest
  • August: Historische Bürgermahlzeit
  • August/September: Fürstbischöfliche Hofmusiktage
  • September/Oktober: Mainfranken-Messe sowie Winzerfest
  • September: Stadtfest und Theaterfest
  • Oktober/November: Würzburger Kabarett-Tage
  • November: "Würzburger Bachtage"
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Würzburg geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Würzburg hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • um 1470, Matthias Grünewald, † August 1528 (?) in Halle/Saale (?), Maler (Isenheimer Altar)
  • 1745, 22. August, Heinrich Freiherr von Warnsdorf alias Philipp Ernst Freiherr von Warnsdorf, † 17. Februar 1817 in Fulda, Päpstlicher Administrator in Fulda 1814-1817
  • 1749, 15. Juni, Georg Joseph Vogler (Abbé Vogler), † 6. Mai 1814 in Darmstadt, Komponist (Kirchenmusik u.a.) und Theologe
  • 1758, 14. März, Adam Friedrich Freiherr von Groß zu Trockau, † 21. März 1840 in Würzburg, Apostolischer Vikar in Bamberg 1812-1821 und Bischof von Würzburg 1821-1840
  • 1761, 20. Januar, Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel, † 1. Oktober 1846 in Mühldorf am Inn, Erzbischof von München und Freising 182-46
  • 1761, 17. Februar, Philipp Franz von Siebold, † 18. Oktober 1866 in München, deutscher Arzt, Japan- und Naturforscher
  • 1783, 23. Mai, Johann Peter von Richarz, † 2. Juli 1855 in Augsburg, Bischof von Speyer 1835-1836 und Bischof von Augsburg 1836-1855
  • 1811, 14. September, Franz Xaver Himmelstein, † 4. April 1889 in Würzburg, Kapitularvikar in Würzburg 1875-1879
  • 1878, 24. Dezember, Gustav von Bergmann, † 16. September 1955 in München, Internist, Begründer der Lehre von den nicht organisch bedingten Krankheitserscheinungen
  • 1882, 24. Juni, Carl Diem, † 17. Dezember 1962 in Köln, Sportwissenschaftler (erfand das Deutsche Sportabzeichen 1913 und initiierte 1936 erstmals, dass ein Fackelträger von Griechenland zum jeweiligen Olympia-Austragungsort läuft)
  • 1882, 04. September, Leonard Frank, † 18. August 1961 in München, Schriftsteller (1914 Fontane-Preis für den in Würzburg spielenden Roman "Räuberbande")
  • 1901, 5. Dezember, Werner Heisenberg, † 1. Februar 1976 in München, Physiker (1932 Nobel-Preis)
  • 1912, 5. Juni, Josef Neckermann, † 13. Januar 1992 in Dreieich, Unternehmer, Sportfunktionär und Dressurreiter
  • 1919, 1. März., Ludwig Volkholz (gen.: Jager-Wiggerl), † 23. Mai 1994 in Graefenwiesen, bayerischer Politiker (MdB, MdL) der Bayernpartei und Gründer der C.B.V..
  • 1926, 21. Oktober, Leo Kirch, Medienunternehmer
  • 1937, 20. Mai, Franz Steinkühler, Gewerkschaftler, Vorsitzender der IG Metall (ab 1986)
  • 1951, 29. September, Jutta von Dithfurth, Sprecherin der GRÜNEN im Bundestag, Gründerin der "Ökologischen Linken/Alternative Liste (Öko-Linx)"
  • 1978, 19. Juni, Dirk Nowitzki, Basketball-Spieler in der NBA (Dallas Mavericks)
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